Freitag, 15. Dezember 2017

Allianzweite Innenentwicklungsstrategie

Vergleich IE-Potenziale - Bedarf
Übersicht Potenziale & Bedarf
Emfpehlungen für die Allianz
Emfpehlungen für die Allianzgemeinden

Großes Interesse und hohe Teilnehmerzahl zum Abschluss der allianzweiten Innenentwicklungsstrategie im Rahmen der ersten interkommunalen Gemeinderatssitzung

Ein weiteres wichtiges Projekt der Allianz Fränkischer Süden ist abgeschlossen. Mit der „Allianzweiten Innenentwicklungsstrategie“ haben die Gemeinden nun einen detaillierten Rahmenplan an der Hand, der aufzeigt, wo die Problematik rund um das Thema Leerstand am größten ist und wie man dieser gemeinsam begegnen kann.

Vorgestellt wurden die Ergebnisse im Rahmen einer interkommunalen Gemeinde- und Stadtratssitzung im Casablanca-Kino in Ochsenfurt. Frau Christiane Wichmann vom Architektur- und Ingenieurbüro Perleth aus Schweinfurt, welches die Strategie im Verlauf der letzten eineinhalb Jahre gemeinsam mit den Gemeindevertretern und den Bürgern erarbeitet hat, präsentierte den Gremien in einem kurzen Vortrag die ermittelten Zahlen und ihre Empfehlungen zur zukünftigen Siedlungsentwicklung (Download Präsentation).

Fazit von Frau Wichmann: „Innenentwicklung vor Außenentwicklung – ja, aber auch neue Baugebiete sind mit Bedacht sinnvoll!“ Zwar zeigen die Zahlen deutlich, dass in nahezu jeder Allianzgemeinde das vorhandene Innenentwicklungspotenzial aus Leerständen und Baulücken den statistisch prognostizierten Wohnbaulandbedarf übersteigt, jedoch diese Potenziale nicht einfach (re-)aktiviert werden können. Dies ging aus einer detaillierten Befragung  der Eigentümer von Baulücken und Leerständen hervor, die im Rahmen der Strategie durchgeführt wurde. Beispielsweise aufgrund von Bevorratung steht ein Großteil der Flächen und Objekte nicht für die Innenentwicklung zur Verfügung. Weiterhin sollte auch der Wunsch nach einem Neubau am Ortsrand Berücksichtigung finden, da nicht jeder Bauwillige bereit ist, einen Altbau zu sanieren.

In einem breiten Maßnahmenkatalog hat das Büro Perleth der Allianz und den Gemeinden in dem Strategiepapier aufgezeigt, welche Projekte auf Ebene der Allianz und welche auf Gemeindeebene zu einer nachhaltigen und sinnvollen Siedlungsentwicklung beitragen können. Beispielhaft nennt Frau Wichmann hier die „Kostenfreie fachliche Beratung von Investitionswilligen“,  idealerweise in Kombination mit der Auflage eines allianzweit abgestimmten kommunalen Innenentwicklungsförderprogramms. Auch die Erstellung einer „Bauplatz-, Gebäude- und Immobilienbörse“ ist eines der am stärksten priorisierten Projekte aus der Strategie und wurde inzwischen sogar bereits in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Würzburg umgesetzt.

In der anschließenden Diskussion beschäftigten sich die Fragen aus dem Gremium mit der Problematik der landwirtschaftlich geprägten Orte mit ihren großen Hofstellen im Ochsenfurter Gau, und wie diese attraktiv für junge Familien umgenutzt werden könnten. Auch das Thema Sanierungsgebiete in kleinen Ortsteilen, die nicht von der Städtebauförderung profitieren können, wurde angesprochen. Insbesondere die Möglichkeiten der ländlichen Entwicklung, wie z.B. die Dorferneuerung, sollten verstärkt angeboten und genutzt werden. Ob die seit Jahrzehnten diskutierte „Grundsteuer C“ eine Möglichkeit darstellt, die Verkaufsbereitschaft von Baulücken-Eigentümern zu erhöhen, wurde ebenfalls diskutiert.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte die Allianz ihren Motivationsfilm „Leben im Dorfkern“, welcher ebenfalls im Rahmen der Strategie entstanden ist und zum Ziel hat, das Interesse am Wohnen im ländlichen Raum zu wecken.

Erstellt und umgesetzt hat die Allianz das Projekt mit der Agentur EA-Emotional aus Eibelstadt mit Unterstützung durch den Theaterverein Riedenheim und der Familie Gabel aus Stalldorf, die ihr Anwesen für die Dreharbeiten zur Verfügung stellte.

Innenentwicklungswerkstätten

Im Anschluss an die gezielten Ortsbesichtigungen fanden zur Strategieerarbeitung fünf Innenentwicklungswerkstätten mit Vertretern aus den einzelnen Kommunen statt. Diese bauten auf die Eindrücke, Gespräche und Vorschläge aus den Ortsbesichtigungen auf und dienten der zielgerichteten Diskussion bezüglich des weiteren Vorgehens sowie der Festlegung der Handlungsschwerpunkte auf den Ebenen Allianz / Region / Gemeinde.

Termine:

  • 13.01.2016: Innenentwicklungswerkstatt VG Röttingen (Stadt Röttingen, Gemeinde Bieberehren, Gemeinde Riedenheim und Gemeinde Tauberrettersheim) -> Download Protokoll
  • 14.01.2016: Innenentwicklungswerkstatt VG Aub (Stadt Aub, Gemeinde Gelchsheim und Gemeinde Sonderhofen) und Gemeinde Gaukönigshofen -> Download Protokoll
  • 27.01.2016: Innenentwicklungswerkstatt VG Giebelstadt (Markt Bütthard und Markt Giebelstadt) -> Download Protokoll
  • 28.01.2016: Innenentwicklungswerkstatt Stadt Ochsenfurt -> Download Protokoll
  • 18.02.2016: Innenentwicklungswerkstatt VG Kirchheim (Gemeinde Geroldshausen und Gemeinde Kirchheim) und Markt Reichenberg -> Download Protokoll

Gezielte Ortsbesichtigungen

"Leere-Häuser-Touren" - Ortsbegehungen mit Schwerpunkt auf Problemlagen und zukünftigen Handlungsbedarf

Alle Bürger konnten sich dabei selbst einen Eindruck verschaffen und mit dem Planungsbüro und den Gemeindevertretern diskutieren:

Projektschritte

Ablauf der Innenentwicklungsstrategie:

Ablaufplanung Innenentwicklungsstrategie

Worum geht es

Ziel des Projektes ist die Erarbeitung einer gemeindeübergreifenden Innenentwicklungsstrategie auf Grundlage der zusammengeführten Daten aus dem Vitalitäts-Check 2.0 (inkl. Flächenmanagement-Datenbank) und die Entwicklung von Handlungsschwerpunkten und –Empfehlungen.

Die Allianz Fränkischer Süden hat hierzu das Architektur- und Ingenieurbüro Perleth aus Schweinfurt beauftragt, welches bereits eine Vielzahl an Projekten und Prozessen der Innenentwicklung begleitet hat.

Folgende Inhalte sollen in der Strategie bearbeitet werden:

  • Darstellung, Analyse und Bewertung der Ist-Situation im Allianzgebiet und den Mitgliedsgemeinden auf Grundlage der Daten aus dem VC 2.0 und der FMD
  • Kartendarstellung der Flächenpotenziale sowie der Infrastruktur- und Daseinsvorsorgeangebote
  • Aussagen bzw. Empfehlungen zur zukünftigen Entwicklung in den Kommunen
  • Aktivierung von Akteuren und Bewusstseinsbildung zur Leerstandsproblematik
  • Aufzeigen von finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten für Eigentümer und Kommunen
  • Hilfestellung und Hinweise zur Vermarktung der Innenentwicklungspotenziale

Neben dem Ziel auf den unterschiedlichen Ebenen (Allianz, Gemeinde, Ortsteil) Lösungswege zur Innenentwicklungsproblematik zu erarbeiten, soll ein besonderer Fokus des Projektes auch auf die Information, Sensibilisierung und Mobilisierung der Bevölkerung zum Thema Leerstand und dessen Folgen gelegt werden.

Die Erstellung der Innenentwicklungsstrategie wird durch das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken gefördert (Förderquote 75%).