Samstag, 18. November 2017

Erfolgreiche Auftaktveranstaltung „Kulturwegenetz im Fränkischen Süden“

Allianzsprecher Helmut Krämer
Dr. Gerrit Himmelsbach (ASP)
Quelle: European Pathways to Cultural Landscapes
Dr. Bernhard Rauh
Quelle: Bayerischer Volkshochschulverband e.V.

Über 40 Teilnehmer, darunter zahlreiche Bürgermeister und Gemeinderäte aber auch viele interessierte und engagierte Bürger informierten sich am Donnerstag, den 03. Dezember 2015 über das Projekt „Kulturwegenetz im Fränkischen Süden“.

Nach der Begrüßung durch den Giebelstädter Bürgermeister und Allianzsprecher Helmut Krämer, stellte Herr Grimm die Idee und den Hintergrund des Projektes des „Kulturwegenetz“ vor. Das Hauptziel ist es, durch sog. „Bottom up“-Prozesse, also durch das Mitwirken der Bürger, die historisch-kulturellen Besonderheiten der Region hervorzuheben und nach dem Vorbild des „Archäologischen Spessartprojektes“ in der Region des Fränkischen Südens gemeindeübergreifend zu vernetzen. Aufgrund der ähnlich ablaufenden Planung und Durchführung sollen die Kulturwege mit dem Projekt „Hörpfade“ kombiniert werden, was in dieser Form bisher noch einmalig ist.

Anschließend stellte Dr. Gerrit Himmelsbach, Projektleiter des „Archäologischen Spessartprojektes“ den Prozess vom Beginn bis zum fertigen Kulturweg vor und berichtete von seinen vielfältigen Erfahrungen aus bisher 93 einzelnen Kulturwegen. Viele der hier zu bestaunenden Sehenswürdigkeiten haben eine lange und interessante Geschichte. Aber auch aktuelle Themen eignen sich hierfür, wie Dr. Himmelsbach am Beispiel des Kulturwegs Biebelried erläuterte. Hier wurden unter anderem auch Windräder und Photovoltaikanlagen als Beispiel für eine sich wandelnde Kulturlandschaft in den Wegeverlauf eingebunden. In anderen Gemeinden wurde der Kulturweg mit einer Wiederentdeckung eines fast vergessenen Gerichts verknüpft und lies so die Vergangenheit auf kulinarische Weise wieder aufleben. Innerhalb von 1 bis 2 Jahren, so die Erfahrung Himmelsbachs, kann ein Kulturweg entstehen. Dieser Prozess wird von Anfang bis Ende durch engagierte Bürger getragen, welche zu Beginn gemeinsam die Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten sammeln, aufarbeiten und am Ende in Form des Kulturweges darstellen. Im Rahmen einer gemeinsamen großen Veranstaltung wird der Weg anschließend eröffnet und gemeinsam begangen.

Warum sich eine Kombination aus Kulturwegen und Hörpfaden besonders eignet und was sich hinter dem Begriff Hörpfade verbirgt erklärte der zweite Referent des Abends, der Radio- und Zeitungsjournalist sowie VHS-Kursleiter Dr. Bernhard Rauh.  Auch bei den Hörpfaden werden durch die Bürger zunächst Besonderheiten aufgezählt und anschließend gemeinsam überlegt, wie man diese als Hörbeitrag darstellen kann. Die Grundlagen, um die Inhalte in einem solchen Beitrag darzustellen, werden im Rahmen des VHS-Kurses vermittelt. Um den Anwesenden einen Eindruck zu ermöglichen, wie sich ein solcher Hörpfadbeitrag anhören kann spielte Dr. Rauh Ausschnitte aus einzelnen Hörpfaden vor. Wie in einem der Beiträge könnte so zukünftig auch in Giebelstadt eine Kirchenmaus über ihr aufregendes Leben erzählen und die Besucher gleichzeitig über die wichtigsten Daten und Fakten der Kirche informieren. Örtliche Grundschulen mit in das Projekt einzubeziehen, wie in einem anderen Beitrag vorgestellt, kam bei den Zuhörern ebenso gut an. Ist ein Beitrag fertig, wird dieser dann auf der Homepage der Gemeinde oder der Allianz zum Abruf bereitgestellt. Durch sog. QR-Codes beispielsweise lassen sich die Beiträge auch über die Informationstafeln der Kulturwege anhören.

Im Anschluss an die Expertenvorträge erläuterte Herr Grimm, wie das weitere Vorgehen im „Kulturwegenetz“-Projekt geplant ist. Im Sinne des erwähnten „Bottom-Up“ sollen nun zunächst in den einzelnen Allianzgemeinden Auftaktveranstaltungen für jeweilige Kulturwege stattfinden, welche jeweils begleitet durch die Allianz im späteren Verlauf gemeinsam vernetzt und beworben werden sollen. Da sich unter der Vielzahl an Themen aus den kommunalen Prozessen auch Schnittmengen herausbilden werden, sollen diese auch nochmal durch einen übergreifenden Arbeitskreis herausgestellt und als interkommunales Projekt ausgearbeitet werden. Die Möglichkeit, die Kulturwege auch als Hörpfade zu gestalten und aufzuwerten, soll dabei ein Angebot an die jeweiligen Arbeitsgruppen sein. Die beiden VHS in Würzburg und Ochsenfurt arbeiten hierbei mit der Allianz zusammen und bieten die Hörpfade-Kurse zeitlich flexibel an, wenn eine ausreichende Zahl an Interessenten vorhanden ist.

Abschließend dankte Herr Grimm nochmals den beiden Referenten für ihre Vorträge und bat die anwesenden Gemeindevertreter, gemeinsam als Fränkischer Süden die nächsten Schritte hin zu einem allianzweiten Kulturwegenetz zu gehen. Nach angeregten Diskussionen der Gäste und Referenten sprachen sich bereits einige Gemeinden positiv für den Prozess aus. Gute Voraussetzungen also, dass auch der Fränkische Süden Teil des großen europäischen Kulturwegenetzwerkes wird.

Den dazugehörigen Artikel aus den Fränkischen Nachrichten vom 10.12.2015 finden sich hier.